Ziel des Studiums der Rechtswissenschaften ist das erfolgreiche Ablegen der „Ersten Juristischen Prüfung“ (vormals erstes Staatsexamen). Die „Erste Juristische Prüfung“ gliedert sich in zwei Teile: Die staatliche Pflichtfachprüfung einerseits und die universitäre Schwerpunktbereichsprüfung andererseits.

Die Juristenfakultät verleiht Ihnen auf Antrag den Hochschulgrad des „Diplom-Juristen“ oder der „Diplom-Juristin“ („Dipl.-Jur. Univ.“).
Den Antrag können Sie im Studienbüro einreichen.

Eine Studentin schreit eine Klausur, Foto: Colourbox

Studium in Zeiten von Corona
Bitte beachten Sie auch die Sonderseite der Fakultät zum Studium in Zeiten von Corona.

Informationen zur staatlichen Pflichtfachprüfung

Die staatliche Pflichtfachprüfung wird vom Landesjustizprüfungsamt vorbereitet und durchgeführt. Sie findet zweimal im Jahr nach Vorlesungsschluss des jeweiligen Semesters statt.

Die staatliche Pflichtfachprüfung beschließt das universitäre Pflichtfachstudium.

Die staatliche Pflichtfachprüfung erstreckt sich auf die juristischen Pflichtfächer. Was zum Pflichtfachstoff gehört können Sie in § 14 der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Jurist_innen des Freistaates Sachsen (SächsJAPO) nachlesen.

Die Pflichtfachprüfung beginnt mit einem schriftlichen Teil und schließt mit einer mündlichen Prüfung.

In der schriftlichen Prüfung hat der_die Prüfungsteilnehmer_in an sechs Tagen je eine schriftliche Arbeit unter Aufsicht zu fertigen. Die schriftlichen Aufgaben werden vom Prüfungsausschuss ausgewählt. Die Arbeitszeit beträgt fünf Stunden.

  • drei Klausuren im Zivilrecht
  • zwei Klausuren im  Öffentlichen Recht
  • eine Klausur im Strafrecht

Wer in der schriftlichen Prüfung eine Durchschnittspunktzahl von mindestens 3,60 Punkten erreicht und in wenigstens drei Prüfungsarbeiten mindestens eine Einzelpunktzahl von 4,00 erhalten hat, ist zur mündlichen Prüfung zugelassen (vgl. § 25 SächsJAPO).
 

Die mündliche Prüfung unterteilt sich in einen zivilrechtlichen, einen strafrechtlichen und einen öffentlich-rechtlichen Teil. Für jede_n Prüfungsteilnehmer_in ist eine Gesamtprüfungsdauer von 36 Minuten vorzusehen. Ein Aktenvortrag ist in Sachsen in der Ersten Juristischen Prüfung nicht zu halten.

Der Fachschaftsrat Jura untertützt die Prüfungskandidat_innen bei der mündlichen Prüfung mit der Bereitsstellung von Prüfungsprotokollen. Mehr Informationen dazu gibt es hier.

Die Zulassung zur Pflichtfachprüfung ist beim Landesjustizprüfungsamt innerhalb der Meldefrist schriftlich zu beantragen.

Nutzen Sie hierfür das Antragsformular auf der Seite des Landesjustizprüfungsamtes.

Ihr Antrag auf Zulassung zur Staatlichen Pflichtfachprüfung muss bis 15. Mai oder 15. Dezember für den auf den Vorlesungsschluss des jeweiligen Semesters unmittelbar folgenden Prüfungstermin beim Landesjustizprüfungsamt eingegangen sein. Den Eingang müssen Sie beweisen, schicken Sie Ihre Unterlagen daher am besten per Einschreiben mit Rückschein.

Folgende Unterlagen müssen Sie Ihrem Antrag beifügen:
 

  • Immatrikulationsbescheinigung
  • Leistungsübersicht oder Leistungsnachweise für eine Übung für Fortgeschrittene im Bürgerlichen Recht, im Strafrecht und im Öffentlichen Recht
  • fachspezifischer Fremdsprachennachweis
  • Nachweis über die erfolgreiche Teilnahme an einer Lehrveranstaltung zu den Schlüsselqualifikationen
  • Studienverlaufsbescheinigung
  • Übersicht über die belegten Vorlesungen, Übungen und Seminare
  • eigenhändig geschriebener Lebenslauf mit Lichtbild
  • Nachweise über die praktischen Studienzeiten (Praktika)
  • beglaubigte Kopie des Zeugnisses der Schwerpunktbereichsprüfung (soweit bereits abgelegt)

Die Freiversuchsregelung im Freistaat Sachsen

Wenn Sie nach ununterbrochenem Studium die staatliche Pflichtfachprüfung spätestens in dem auf den Vorlesungsschluss des achten Semesters unmittelbar folgenden Prüfungstermin erstmals ablegen, handelt es sich um eine Prüfung im sog. Freiversuch („Freischuss“), vgl. § 29 SächsJAPO.

Dies hat zwei Konsequenzen:

  1. Wenn Sie die staatliche Pflichtfachprüfung im Freiversuch nicht bestehen, gilt sie als nicht abgelegt, das heißt Sie haben noch die zwei regulären Versuche, die Prüfung zu bestehen.
  2. Wenn Sie die staatliche Pflichtfachprüfung im Freiversuch bestehen, können Sie die Prüfung zur Verbesserung der Prüfungsnote einmal wiederholen, sofern zu Beginn der schriftlichen Prüfung der Vorbereitungsdienst noch nicht aufgenommen wurde, sogenannter Verbesserungsversuch (vgl. § 31 SächsJAPO). Bitte beachten Sie, dass die Möglichkeit zur Notenverbesserung nur beim nächsten oder übernächsten Prüfungstermin besteht. Dies gilt auch dann, wenn Sie eine etwaige Prüfungsverhinderung zum letztmöglichen Prüfungstermin nicht zu vertreten haben (z.B. Krankheit).

Freiversuch trotz Studiums von über acht Semestern

§ 29 I Satz 3 SächsJAPO regelt, welche Zeiten nicht auf die Studienzeit nach Satz 1 angerechnet werden und dementsprechend nicht als Unterbrechung gelten.

Bitte beachten Sie hierzu unbedingt die ergänzenden Hinweise des Landesjustizprüfungsamtes in der Anlage zum Antrag auf Feststellung der Voraussetzungen für einen Freiversuch trotz Studiums von über acht Semestern gemäß § 29 SächsJAPO .

Sollte Ihnen die Universität aufgrund längerer schwerer Krankheit ein oder mehrere Krankheitssemester gewährt haben, so reicht die entsprechende Immatrikulationsbescheinigung nicht aus, um den Ausnahmetatbestand des 
§ 29 I Satz 3 Nr. 5 SächsJAPO nachzuweisen. Sie müssen ihrem Antrag auf Feststellung der Voraussetzungen für einen Freiversuch vielmehr ein Attest mit genauer Schilderung der medizinischen Befundtatsachen, Schwere und Dauer der Erkrankung beifügen.

Einen Antrag auf Nachteilsausgleich in der staattlichen Pflichhtfachprüfung müssen Sie spätestens vier Wochen vor Beginn der schriftlichen oder der mündlichen Prüfung beim Landesjustizprüfungsamt einreichen.
Liegen die Voraussetzungen für die Gewährung eines Nachteilsausgleichs erst zu einem späteren Zeitpunkt vor, müssen Sie den Antrag unverzüglich stellen. In diesem Fall müssen Sie die Unverzüglichkeit der Antragstellung darlegen und nachweisen.

Der Nachweis der Prüfungsbehinderung ist durch ein amtsärztliches Zeugnis zu belegen. Aus dem amtsärztlichen Zeugnis müssen die für die Beurteilung der Prüfungsbehinderung notwendigen medizinischen Befundtatsachen hervorgehen. Die Begutachtung durch einen weiteren Arzt kann angeordnet werden.

Näheres regelt § 13 SächsJAPO.

Eine Prüfungsverhinderung ist unverzüglich gegenüber dem Landesjustizprüfungsamt geltend zu machen und nachzuweisen, im Fall einer Krankheit grundsätzlich durch ein amtsärztliches Zeugnis, das in der Regel nicht später als am Prüfungstag ausgestellt sein darf.

Näheres regelt § 7 II SächsJAPO.

Bitte beachten Sie

  • Wenn Sie nicht die Mehrzahl der Prüfungsaufgaben bearbeitet haben, gilt die Prüfung als nicht abgelegt.
  • Wenn Sie die Mehrzahl der Prüfungsaufgaben bearbeitet haben, können Sie (in der Regel im nächsten Prüfungstermin) die nicht bearbeiteten Prüfungsaufgaben nachholen.

Wenn Sie zur staatlichen Pflichtfachprüfung bereits zugelassen sind, dürfen Sie bei der mündlichen Prüfung anderer zuhören: 3 Wochen vor Beginn der mündlichen Prüfung werden Listen in der Fakultät ausgelegt, in die Sie sich eintragen können. Die Prüfungszulassung ist bei Eintragung in die Zuhörerliste nachzuweisen.
Bitte finden Sie sich rechtzeitig vor Prüfungsbeginn vor dem Prüfungsraum ein.

Informationen zur universitären Schwerpunktbereichsprüfung

Die universitäre Schwerpunktbereichsprüfung erstreckt sich auf den von Ihnen gewählten Schwerpunktbereich. Inhalt und Ausgestaltung der Schwerpunktbereiche regelt die Juristenfakultät in eigener Verantwortung. Ansprechpartnerin für die Schwerpunktbereichsprüfung im Studienbüro ist Frau Marion Kluge.

Die Schwerpunktbereichsprüfung beschließt das Schwerpunktbereichsstudium.

Die universitäre Schwerpunktbereichsprüfung erstreckt sich auf den von Ihnen gewählten Schwerpunktbereich. Sie besteht aus einer 4-stündigen Klausur und der Anfertigung einer wissenschaftlichen Studienarbeit (Prüfungsseminararbeit) und deren Verteidigung im Rahmen eines juristischen Seminars Ihres Schwerpunktes.

An der universitären Schwerpunktbereichsprüfung können Sie nur teilnehmen, wenn Sie zur universitären Schwerpunktbereichsprüfung zugelassen wurden. Der Antrag auf Zulassung ist in dem Semester, das dem ersten Prüfungssemester vorangeht, spätestens bis zum Ende der Vorlesungszeit bei dem_der Sachbearbeiter_in für die Schwerpunktbereichsprüfung einzureichen.

Bitte beachten Sie, dass mit der Zulassung zur Schwerpunktbereichsprüfung noch nicht die Anmeldung zur Teilnahme an den Teilleistungen der Schwerpunktbereichsprüfung (Klausur und und wissenschaftlichen Studienarbeit) verbunden ist. Für diese müssen Sie sich jeweils separat anmelden.

Zulassungsantrag

Folgenden Unterlagen müssen Sie Ihrem Antrag auf Zulassung zur universitären Schwerpunktbereichsprüfung beifügen.

in Kopie (bei der Abgabe des Antrages sind die Originale vorzulegen):

  1. Nachweise über die erfolgreiche Teilnahme an den Übungen für Fortgeschrittene (im Bürgerlichen Recht, im Öffentlichen Recht und im Strafrecht)
  2. Nachweis des Erwerbs fachspezifischer Kenntnisse in einer Fremdsprache gemäß § 18 Abs. 2 S. 2 SächsJAPO
  3. Nachweis über die erfolgreiche Teilnahme an einem rechtswissenschaftlichen Seminar (Zulassungsseminar) des gewählten oder eines anderen Schwerpunktbereichs oder des Pflichtfachstudiums
  4. Zwischenprüfungszeugnis

im Original

  1. Nachweis der Immatrikulation an der Juristenfakultät der Universität Leipzig einschließlich einer Studienverlaufsbescheinigung
  2. Belegbogen („rosa Zettel") über mindestens 14 SWS Lehrveranstaltungen im gewählten Schwerpunktbereich (§ 26 Abs. 1 StudO)

Bitte beachten Sie

  • Studierende, die sich erst nach der Anmeldung zur staatlichen Pflichtfachprüfung zur Schwerpunktbereichsprüfung anmelden wollen, legen statt der Originalscheine Kopien der Scheine und das Zulassungsschreiben des Landesjustizprüfungsamtes vor. Das Zulassungsschreiben vom Landesjustizprüfungsamt ersetzt nicht die Kopien der Scheine. Beglaubigte Kopien und Zweitausfertigungen der Scheine sind nicht notwendig. 
  • Ein Leistungsnachweis aus AlmaWeb über die Teilnahme an den Lehrveranstaltungen im gewählten Schwerpunktbereich ersetzt nicht den Belegbogen („rosa Zettel“)! Ihre regelmäßige Teilnahme an den Veranstaltungen lassen Sie sich bitte über den Belegbogen („rosa Zettel“) bestätigen. Eine Anmeldung zu den Veranstaltungen im SPB ist zukünftig nicht mehr möglich bzw. nicht erforderlich.
  • Studierende (ab Immatrikulation WS 15/16), deren Leistungen über AlmaWeb verbucht werden, geben als Nachweis statt der Scheine einen Leistungsnachweis aus AlmaWeb ab. Der Leistungsnachweis wird Ihnen dann als Web-Version vom Studienbüro zum Ausdrucken zur Verfügung gestellt.

Mit der Zulassung zur Schwerpunktbereichsprüfung ist noch nicht die Anmeldung zur Teilnahme an der Schwerpunktbereichsklausur und/oder der wissenschaftlichen Studienarbeit verbunden. Für diese müssen Sie sich jeweils separat anmelden.

  • Anmeldeschluss für die Prüfungsklausuren ist für das Sommersemester jeweils der 15.02. und für das Wintersemester jeweils der 31.07.
  • Die Anmeldung zu den Prüfungsseminaren erfolgt über den Lehrstuhl, der das Seminar veranstaltet.

Nach § 26 II Satz 1 der Prüfungsordnung für den Studiengang Rechtswissenschaft handelt es sich um eine Freiversuchsleistung in der Schwerpunktbereichsprüfung, wenn die Prüfungsleistung vor Ablauf des 10. Fachsemesters abgelegt wurde. Hierbei ist jede Prüfungsleistung einzeln zu betrachten, § 26 II Satz 2, 1. Halbsatz PrüfO.

Bitte beachten Sie
Wenn Sie die die Prüfungsleistung im Freiversuch nicht erbringen können und die nächste Teilnahme erst nach dem 10. Fachsemester erfolgt, so ist diese Leistung keine Freiversuchsleistung mehr. Dies gilt auch dann, wenn Sie die Prüfungsverhinderung nicht zu vertreten hatten (z.B. Krankheit).

Beim Versäumnis einer Frist zur Zulasssung oder Prüfungsanmeldung bleibt Ihnen als einzige Möglichkeit ein formloser Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand. In diesem müssen Sie gem. § 32 VwVfG – nach Möglichkeit mit entsprechenden Nachweisen – glaubhaft machen, dass Sie die Anmeldefrist „ohne Verschulden“ versäumt haben, das heißt aus Gründen, die Sie nicht zu vertreten haben.

Den Antrag reichen Sie beim Prüfungsausschuss für den Studiengang Rechtswissenschaft, zu Händen des_der Vorsitzenden ein; Sie können ihn persönlich zu den Sprechzeiten im Sekretariat des Lehrstuhls abgeben, per Post oder gerne auch per E-Mail senden.

Für die Beantragung eines Nachteilsausgleichs für die Schwerpunktbereichsklausur verwenden Sie bitte das folgende Formular:
 

Antrag auf NAchteilsausgleich
PDF ∙ 90 KB


Um eine rechtzeitige Entscheidung über den Antrag zu gewährleisten, sind die vollständigen Antragsunterlagen bei dem_der Vorsitzenden des Prüfungsausschusses für den Studiengang Rechtswissenschaft einzureichen, sobald die Zulassung zur universitären Schwerpunktbereichsprüfung erfolgt ist.

Bei den Teilleistungen der Schwerpunktbereichsprüfung (Schwerpunktbereichsklausur und Wissenschaftliche Studienarbeit) muss neben der schriftlichen Anzeige die Erkrankung durch ein ärztliches Attest glaubhaft gemacht werden, welches in der Regel nicht später als am Prüfungstag bzw. Abgabetermin ausgestellt sein darf.

Das ärztliche Attest muss die gesundheitliche Beeinträchtigung beschreiben (z.B. Hinweis auf Schmerzen) und die sich daraus ergebende Behinderung in der Prüfung (z.B. Störung der Konzentrationsfähigkeit) angeben. Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung reicht nicht aus.
Die schriftliche Anzeige und die Prüfungsunfähigkeitsbescheinigung sind unverzüglich dem Prüfungsausschuss für den Studiengang Rechtswissenschaft vorzulegen.

Für die schriftliche Anzeige und das ärztliche Attest kann der Vordruck „Prüfungsunfähigkeitsbescheinigung“ genutzt werden.

Bescheinigung zur Prüfungsunfähigkeit
PDF ∙ 66 KB

Aktuelles zur Schwerpunktbereichsprüfung

Schwerpunktbereichsklausuren im Wintersemester 2020/21

Die Schwerpunktbereichsklausuren im Wintersemester 2020/2021 werden voraussichtlich im Zeitraum vom 30.11.2020 bis zum 11.12.2020 stattfinden.

Prüfungsseminare werden im vorausgehenden Semester über die schwarzen Bretter in der Fakultät als Aushänge und über in die digitalen aktuellen Meldungen bekannt gegeben.

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