Videobotschaft der Dekanin

Videobotschaft der Dekanin

Seit dem 26. Oktober ist Prof. Dr. Katharina Beckemper Dekanin der Juristenfakultät und löst damit ihren Vorgänger Prof. Dr. Tim Drygala ab. Im Interview erzählt die Strafrechtlerin von den Chancen und Herausforderungen der neuen Funktion, welche Tipps sie insbesondere für die Erstsemester hat und warum man sie selten ohne Kopfhörer sieht.

  • Sie haben kürzlich das Amt der Dekanin an der Juristenfakultät der Universität Leipzig angetreten. Freuen Sie sich auf Ihre neue Aufgabe?

Ich freue mich tatsächlich auf bestimmte Aspekte meines Amtes ganz besonders: zum einen auf Begegnungen mit Menschen, die ich sonst nicht kennengelernt hätte. Zum anderen darauf, die Funktionsweise der Fakultät, aber auch der gesamten Universität, noch viel besser zu verstehen. Und ich freue mich und hoffe darauf, Dinge bewegen und viel Positives bewirken zu können.

 

  • Gibt es Projekte, denen Sie sich in Ihrer Amtszeit besonders widmen wollen?

Mir liegt es sehr am Herzen, die Fakultät noch internationaler zu gestalten. Ich glaube, wir sind da schon auf einem sehr guten Weg und ich freue mich, ein Stück dieses Weges als Dekanin begleiten und mitgestalten zu dürfen. Mein Ziel ist es, noch viel mehr Austauschprogramme für Studierende zu etablieren, aber auch Lehrende zu uns nach Leipzig einzuladen und die Zahl unserer anderssprachigen Vorlesungen erheblich zu erweitern.

 

  • Welchen Herausforderungen sehen Sie sich gegenüber?

Die größte Herausforderung ist, dass Dinge an Fakultäten manchmal einfach nicht funktionieren und ich nichts daran ändern kann. Und sei es nur der Stream im Hörsaal: das ist natürlich sehr ärgerlich für die Studierenden – und trotzdem kann ich das gerade nicht ändern. Und so wird es während meiner Amtszeit sicherlich immer wieder Dinge geben, die ich nicht beeinflussen kann. Das zu akzeptieren, ist nicht meine leichteste Übung.

 

  • Sie sind die erste Frau im Amt der Dekanin an der Juristenfakultät. Was bedeutet das für Sie?

Zum einen bin ich natürlich ein bisschen stolz, zum anderen ist mir bewusst, dass damit auch eine gewisse Erwartungshaltung einhergeht. Jeder Neuanfang ist mit Chancen, Herausforderungen und oft auch gestiegenen Erwartungen verbunden und ich hoffe, dass ich diese am Ende erfüllt haben werde. Ich werde auf jeden Fall alle Kraft daransetzen, dass mir das gut gelingt.

 

  • Was sollten die Studierenden über Sie wissen?

Dass ich das Studienfach Jura tatsächlich gewählt habe, weil mir zunächst nichts anderes eingefallen ist. Es hat – ganz offensichtlich – trotzdem ganz gut funktioniert und mehr noch: ich habe es lieben gelernt. Daher möchte ich wirklich alle Studierenden dazu beglückwünschen, sich für Jura entschieden zu haben: in keinem anderen Ausbildungsweg bekommt man so viele Geschichten erzählt - und zwar die ganze Zeit, in jeder Vorlesung. Lernen mit Geschichten – eine gute Entscheidung!

 

  • Was raten Sie den Studierenden für ein erfolgreiches Jurastudium an der Universität Leipzig?

Ich möchte mir gar nicht anmaßen etwas zu raten. Jeder Mensch lernt anders. Während es Studierende gibt, die eher auf das geschriebene Wort ansprechen, sind die anderen aufmerksamer, wenn sie einen Vortrag hören. Manche brauchen Karteikarten, bunte Farben und handschriftliche Notizen – zu denen gehöre ich –, für andere ist es sehr viel sinnvoller, einfach in der Vorlesung zu sitzen und zuzuhören oder sich mit anderen in Lerngruppen auszutauschen. Den eigenen Lerntypus herauszufinden, das ist wohl das Wichtigste am Anfang.

 

  • Haben Sie ein (wissenschaftliches) Vorbild?

Wissenschaftlich ist mein Vorbild tatsächlich der Rechtswissenschaftler Claus Roxin, weil er es verstanden hat, so zu schreiben, dass man es versteht. Sein Schreibstil ist einfach unfassbar schön. Man kann sich Texte von ihm durchlesen und hat nicht das Gefühl, dass man sich gerade mit Jura beschäftigt oder arbeitet.

 

  • Ihr Lieblingsplatz an der Universität Leipzig?

Zugegeben: ich mag mein Büro! Weil ich es mir so eingerichtet habe, dass ich es hier wirklich schön finde.

 

  • Was machen Sie nach Feierabend? Haben Sie neben Jura noch andere Leidenschaften oder Hobbies?

Ich laufe sehr gern – am liebsten durchs Rosental und immer mit einem Hörbuch auf den Ohren. Viele Studierende werden mich auch, wenn ich in den Hörsaal komme, mit Kopfhörern sehen, weil ich eigentlich immer etwas höre: ein Hörbuch oder jetzt auch Podcasts. Ansonsten verbringe ich einen Großteil meiner Zeit damit, Sprachen zu lernen.

 

Die Fragen stellte Maria Garz, Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit an der Juristenfakultät.

 

Biografisches

  • Prof. Dr. Katharina Beckemper studierte von 1991 bis 1997 Rechtswissenschaft an den Universitäten Osnabrück, Athen und Potsdam, wo sie später auch promovierte (1999) und habilitierte (2010). Von 1999 bis 2001 absolvierte sie das Rechtsreferendariat am Landgericht Neuruppin und belegte berufsbegleitend einen MBA-Studiengang zu Governance und Compliance. 2009 übernahm sie die Vertretung des Lehrstuhls Strafrecht, Strafprozessrecht und Wirtschaftsstrafrecht an der Universität Leipzig, deren Inhaberin sie 2010 wurde. Beckemper ist Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Bundes Deutscher Kriminalbeamter und im Vorstand des Deutschen Zentrums für Wirtschafts-, Steuer- und Unternehmensstrafrecht (DZWist e.V.). Sie war und ist Herausgeberin mehrerer Zeitschriften, u.a. der NZWiSt. 2022 erwarb sie einen Universitätsmaster an der Universidad Ciudad Real im Studiengang „Cumplimiento normativo y derecho penal“. Seit Oktober 2022 ist sie Dekanin an der Juristenfakultät der Universität Leipzig.