Zum Beginn seiner Amtszeit als Dekan der Juristischen Fakultät richtet Prof. Dr. Marc Desens ein Grußwort an Studierende, Lehrende und Mitarbeitende. Er skizziert darin seine Vorstellungen für die kommenden Jahre und benennt Schwerpunkte, mit denen die Fakultät ihre erfolgreiche Entwicklung fortsetzen soll.
Liebe Studierende, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Mitarbeitende,
mit großer Freude und Respekt übernehme ich das Amt des Dekans der Juristischen Fakultät der Universität Leipzig. Für mich ist es Ehre und Verpflichtung zugleich, die Geschicke unserer Fakultät gemeinsam mit Ihnen zu gestalten.
Mein besonderer Dank gilt Prof. Dr. Katharina Beckemper, die in den vergangenen Jahren mit großem Engagement und Weitblick die Fakultät geleitet hat. In einer Zeit, die besondere Herausforderungen an uns alle gestellt hat. Ihr ist es gelungen, die Fakultät mit tragfähigen Lösungen auf einem verlässlichen Kurs zu halten. Dieser konstruktive Umgang mit Veränderungen wird uns auch künftig leiten.
Gemeinsam mit Prof. Dr. Lutz Haertlein als Prodekan und Prof. Dr. Florian Loyal als Studiendekan freue ich mich darauf, die anstehenden Aufgaben im Team anzugehen. Uns alle verbindet das Ziel, die Fakultät verantwortungsvoll und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln.
Unsere Fakultät steht für exzellente Forschung und Lehre. In den kommenden Jahren möchte ich gemeinsam mit Ihnen daran arbeiten, diese Qualität zu sichern und weiter auszubauen.
Ein besonderer Schwerpunkt meiner Amtszeit wird dabei die Einführung des englischsprachigen Masterprogramms „International Business Law“ sein. Wir wollen nicht nur die Internationalisierung unserer Fakultät vorantreiben, sondern vor allem den Studierenden und Lehrenden aus dem In- und Ausland neue Möglichkeiten des akademischen Austauschs eröffnen. Dabei möchten wir das englischsprachige Lehrangebot für alle erweitern, internationale Studierende stärker einbinden und die fakultätseigenen Angebote für den Sprachenschein erweitern.
Die rasante Entwicklung von KI-basierten Sprachmodellen wird schon in sehr naher Zukunft die Arbeitswelt in fast allen juristischen Tätigkeitsfeldern revolutionieren. Darauf müssen wir uns vorbereiten und unsere hergebrachten Ausbildungs- und Prüfungsformate kritisch überdenken. Die juristische Ausbildung an einer Universität verlangt schon seit jeher mehr als Wissen. Sie erfordert kritisches Denken, systematisches Vorgehen und die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte vollständig zu erfassen und verantwortungsvoll zu bewerten. Daran wird der Einsatz von KI-basierten Sprachmodellen nichts ändern. Im Gegenteil: Die Grundprinzipien einer universitären juristischen Ausbildung werden durch diese Entwicklungen sogar noch bedeutender werden. Wir müssen aber darüber nachdenken, wie wir sie zukünftig neu ausbuchstabieren. Kritisch sollten wir etwa beleuchten: Ist die klassische Hausarbeit mit Falllösung noch ein adäquates Prüfungsformat? Und was bieten wird stattdessen an? Ich werde mich sehr freuen, wenn in diesen Diskussions- und Entwicklungsprozess alle – Lehrende, Studierende und Mitarbeitende – ihre Perspektive und wertvollen Erfahrungen einbringen.
Ein zentraler Bestandteil der juristischen Ausbildung ist die Vorbereitung auf den staatlichen Teil der Ersten Juristischen Prüfung. Das ist eine große Herausforderung, auf die wir Sie – liebe Studierende – bestmöglich vorbereiten möchten. Mit dem LEO-Programm verfügt unsere Fakultät über ein in seiner Breite und Qualität einzigartiges Angebot. Digitale Lernformate, gezielte persönliche Betreuung und neue didaktische Konzepte werden wir kontinuierlich weiterentwickeln und ausbauen.
Im universitären Teil der Ersten Juristischen Prüfung – also in den Schwerpunktbereichen – wollen wir die Vielfalt und Wahlfreiheit wahren. Sie spiegeln die Forschungsfelder der Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer der Fakultät wider und dienen dazu, das Humboldtsche Bildungsideal der „Einheit von Forschung und Lehre“ an der Fakultät auch wirklich zu leben. Gerade in dieser selbstbestimmten Vielfalt zeigt sich die sichtbare Forschungsstärke unserer Fakultät.
Ich wünsche mir sehr, dass unsere Fakultät ein Ort bleibt, an dem sich Studierende, Lehrende und Mitarbeitende gleichermaßen einbringen, gegenseitig unterstützen und voneinander lernen. Der Zusammenhalt, der unsere Fakultät in den vergangenen Jahren getragen hat, ist eine ihrer größten Stärken – und darauf möchte ich aufbauen.
Ich freue mich auf die kommenden Jahre der Zusammenarbeit, auf den offenen Austausch und auf die gemeinsame Weiterentwicklung unserer Fakultät.
Mit herzlichen Grüßen
Prof. Dr. Marc Desens
Dekan der Juristischen Fakultät
Universität Leipzig