Geschichte

Historisch gewachsen bildet die juristische Fakultät – neben der artistischen, theologischen und der medizinischen Fakultät – eine der vier klassischen Fakultäten der Leipziger Universität. Ihr genaues Geburtsjahr ist indes nicht bekannt. Obwohl in der Gründungsurkunde der Universität aus dem Jahre 1409 auch die Juristen erwähnt werden, wurde sie als selbständige Einheit wahrscheinlich erst 1426 vom seinerzeitigen Rektor Conrad Danekorp gegründet.

Zunächst ausschließlich geprägt durch das kanonische Recht umfasste das Studium an der Juristenfakultät im 16. Jahrhundert auch das römische Recht, welches im „Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation“ zum allgemein geltenden Recht geworden war. Neben der Ausbildung von Beamten für die sächsische Justiz und Verwaltung kam der Juristenfakultät bis zum Jahr 1879 eine Funktion der Rechtspflege als Spruchkollegium (mit bis zu 5000 Rechtssprüchen pro Jahr) zu.

Ferner fand der Humanismus zu Beginn des 16. Jahrhunderts an der Juristenfakultät eine Pflegestätte und kam hier im 18. Jahrhundert die Aufklärung zur vollen Wirkung. In jener Zeit waren nicht nur berühmte Gelehrte wie etwa Benedikt Carpzov oder Christian Thomasius tätig, sondern hatte die Fakultät im 17. und 18. Jahrhundert mit Samuel Pufendorf, Gottfried Wilhelm Leibniz, Christian Wolff und Johann Wolfgang Goethe die berühmtesten Studenten ihrer Geschichte.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts vollzog sich die Umwandlung der Universität Leipzig und so auch ihrer Juristenfakultät zu einer modernen Bildungsstätte, welche zu Beginn des 20. Jahrhunderts in höchstem wissenschaftlichen Renommee durch international bekannte Professoren wie Karl Binding, Adolf Wach, Rudolph Sohm, Otto Mayer und Ernst Jaeger gipfelte.

Nach Wiedereröffnung der Universität Leipzig und der Juristenfakultät im Anschluss an die nationalsozialistische Diktatur im Jahre 1946 bestimmte zunehmend die Indoktrination des kommunistischen politischen Systems Inhalt und Struktur der Ausbildung. Die allseitige juristische Ausbildung wurde auf die wirtschaftsrechtliche Richtung beschränkt und die Fakultät schließlich 1969 zu einer Sektion Rechtswissenschaft umgebildet.

Die Fakultät in ihrer heutigen Gestalt wurde mit Wirkung vom 26. April 1993 wiedererrichtet.

Im Herbst 2016 entschied die sächsische Landesregierung die Juristenausbildung des Freistaats am Standort Leipzig zu konzentrieren. In Folge dessen wurde der Lehrbetrieb zum Wintersemester 2017/18 um drei Professoren erweitert, welche von der Technischen Universität Dresden an die Universität Leipzig versetzt wurden. Durch diese Umstrukturierung werden langfristig insgesamt neun neue Lehrstühle entstehen und die Leipziger Juristenfakultät wird mit 26 Professuren zu den großen juristischen Fakultäten im nationalen Vergleich gehören.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

letzte Änderung: 18.10.2017

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